Dorferneuerung: Gesamtkonzept
In den vergangenen Jahrzehnten wurde im ländlich geprägten Raum immer mehr eine Strukturveränderung deutlich. Hatte in den Nachkriegsjahren noch jedes Dorf seinen eigenen von Wohlstand bzw. Armut, topographischer Lage oder kultureller Entwicklung geprägten Charakter, so ließ schon bald der Einzug der Massenmotorisierung und der neuen Medien die Unverwechselbarkeit verblassen.
Dieser Verarmung kann nur entgegengetreten werden, wenn die Attraktivität des Dorfes, seine wirtschaftliche und soziale Struktur abseits aller Postkartenromantik massiv gefördert wird. Ein Werkzeug hierzu stellt das Dorferneuerungsprogramm dar.
In seiner ursprünglichen Form, die in Heppenheim-Sonderbach noch zum Tragen kam, wurde zunächst der bauliche Bestand des Kerndorfes in Bezug auf Erhaltungsstand, Funktion und Nutzung (bzw. Leerstand) aber auch regionaltypische Besonderheiten / Gestaltungselemente untersucht und das Ergebnis plakativ kartiert.
Die entstandene Zeichnung, die nun Problematiken wie Leerstand, schlechter baulicher Zustand, Baulücken und Erweiterungsflächen etc. aufzeigte, diente als Grundlage für den eigentlichen Dorfentwicklungsplan. Dieser wiederum zeigt Flächen auf, für die Bebauungspläne, Satzungen oder andere bauleitplanerische Festlegungen notwendig sind. Weiter werden freizuhaltende Blickbeziehungen, wünschenswerte Wegverbindungen, Plätze zur Selbstvermarktung der landwirtschaftlichen Betriebe und vieles anderes mehr vorgeschlagen.
Die Entwurfsplanung erfolgte im ständigen Dialog mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung, der sich aus interessierten Ortsbürgern zusammensetzte. Gemeinsam mit ihnen wurden auch mehrere Planungsschwerpunkte bearbeitet: das Heimatmuseum Alte Schmiede mit Jugendraum, die Sanierung bzw. der Umbau des Dorfschwimmbades, die Gestaltung der Dorfmitte (zentrales Plätzchen).
Nach Abschluss der planerischen Arbeit wurden alle Ergebnisse in einer Broschüre zusammengefasst und bei einer abschließenden Veranstaltung im Dorf vorgestellt. Hier wurde auch die Höhe der finanziellen Förderung (Land Hessen) für die Umsetzung der einzelnen Planungen mitgeteilt. Diese Förderung erhielt sowohl die Kommune, als auch jeder Privatmann, der an seinem Anwesen Umbau- oder Sanierungsarbeiten vornahm, die den Zielsetzungen der DE entsprachen.
Die DE in Sonderbach endete nach 9 Jahren im Jahr 2003.
