Sanierung, Umbau, Erweiterung
Sinn der Dorferneuerung ist es Gebäude in der Ortslage nicht nur im Sinne eines harmonischen Dorfbildes zu revitalisieren, sondern auch genutzte Bestands-Bauten energetisch (Bauteildämmung), konstruktiv und gestalterisch so zeitgemäß zu sanieren bzw. zu verändern, dass eine anhaltende dorftypische Nutzung genauso wie ein harmonisches Einfügen ins Ortsbild gewährleistet bleiben.
Der zur Umsetzung dieser Qualität notwendig werdende Mehraufwand bei Materialwahl (keine Kunststoffe, heimische Hölzer etc.) und Formensprache, soll durch Zuschüsse aus dem Topf der Dorferneuerung aufgefangen werden. So ist für jedes förderfähige Objekt eine Bezuschussung bis zu 30.000 € möglich. Grundlage hierfür ist die Abstimmung der geplanten Maßnahme mit dem Fördermittelgeber bereits in der Entwurfsphase.
So auch hier: Zur Schaffung von zeitgemäßer Wohnqualität durch eine neu organisierte Grundrissgestaltung sollte im Rahmen der ohnehin anstehenden Sanierung des Hauses die das Gebäude „zerteilende” Treppenanlage „nach außen” in einen wie auch immer gearteten Erweiterungsbau verlegt werden. Bereits im Vorgespräch zwischen DE-Berater und der Bauherrschaft wurde festgelegt, dass sich der hierdurch entstehende Anbau in Form, Farbe und Gestaltung dem Bestand unterordnen muss. Weiterhin sollte beim Entwurf Wert darauf gelegt werden, dass die Art der Fensterteilung, wie auch neue Klappläden die dorftypische Fassadenqualität des Ursprungsentwurfs von 1935 aufnehmen.
Aus diesen klaren Vorgaben entstand die Idee eines modernen, glatten, formal und farblich abgesetzten Kubus (Treppenraum), der gartenseitig in den konservativen Satteldachbau einschneidet. Aus der Idee, diesem neuen kubischen Block seine gewollte Andersartigkeit zwar zu belassen, seine Härte aber auf der anderen Seite „lindern” zu wollen, resultiert der umlaufende Holzfächer, der optisch an eine Spalierschalung angelegt den Neubau umspielt. Die Leichtigkeit der Konstruktion wird dadurch unterstrichen, dass die Abstände der Holzlamellen nach oben hin immer größer/lichter werden.
Zusammen mit einer alten Remise, die bereits vor Jahren vorsichtig und – ohne es damals schon zu wissen – dem Dorferneuerungsgedanken entsprechend zu einer reizvollen kleinen Wohneinheit umgebaut wurde, ergibt sich nun ein Ensemble aus alten und neuen Formen, das den Dorferneuerungs-Grundsätzen Rechnung trägt, ohne langweilig zu wirken.
Remise und Erdgeschosswohnung haben direkten Zugang zum Garten. Die Obergeschosswohnung verfügt über einen Freisitz nach Osten und eine Dachterrasse nach Süden.
Alle Wohneinheiten verfügen trotz ihrer Abgeschlossenheit über eine große und zeitgemäße Offenheit, die durch teilbare Raumverbünde erreicht wird. Als Beispiel seien hier offene, dem Wohnbereich zugewandte Küchen genannt, die sich mittels Schiebetüren abtrennen lassen. Das Obergeschoss wird über eine innenliegende Treppe um das Dachgeschoss erweitert. Das hier entstandene Studio mit kleiner Dachterrasse schafft eine Großzügigkeit, die sich an der straßenseitig völlig unveränderten und ortsbildprägenden Fassade nicht ablesen lässt.
